Phytotherapie - Geschichte

Historisch gesehen steht die Verwendung von pflanzlichen Bestandteilen am Anfang der Arzneimittelgewinnung. Die Erfahrungen der östlichen Kulturen (China, Japan) und das gesammelte Wissen der Völker des Mittelmeerraumes (Ägypter, Griechen etc.) wurden in Europa vermutlich zum ersten Mal in der "Materia medica" des griechischen Arztes Pedanios Dioskurides gebündelt, im ersten Jahrhundert n.Chr.

Dieses Werk wurde zum Vorbild für zahllose "Kräuterbücher". Im Laufe der Zeit wurden die heilsamen regionalen Pflanzen aufgenommen und ihre Verwendung dokumentiert. Auch die so genannte "Humoraltherapie" des Griechen Galenos von Pergamon, die Lehre von dem Gleichgewicht der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe (Lymphe) und schwarze Galle) und ihre Zuordnung zu den vier Elementen Luft, Wasser, Erde und Feuer ist ein Ableger der Phytotherapie und weist vermutlich bis in die ägyptische Antike zurück. Den Elementen gegenüber standen die Eigenschaften kalt, feucht, warm, trocken, diesen wiederum waren Pflanzen zugeordnet. Krankheiten wurden eben diese Eigenschaften zugeordnet und zu ihrer Heilung Pflanzen mit gegenteiligen Eigenschaften eingesetzt, im Gegensatz zur späteren Homöopathie. Auch Ayurveda nutzt sie im Kontext der Ernährung, bestimmten Ernährungstypen zugeordnet, den sog. Doshas, Vata, Kapha und Pitta.

Bis ins 19. Jahrhundert, dem Beginn der naturwissenschaftlichen Ära, war die Phytotherapie die essentielle Grundlage für alle Arzneibücher und die Mediziner. In den darauf folgenden Epochen wurde die Phytotherapie durch die aufkommende Allopathie langsam verdrängt und später, bei ihrer Renaissance, wurde sie historisch gesehen fälschlicherweise der Alternativmedizin zugeordnet.

Die Synthetisierung von Wirkstoffen in der Schulmedizin ist genau genommen aber nur eine wissenschaftliche Isolierung von Wirkstoffen, die in pflanzlichen Drogen (der Begriff für die Pflanzenpräparate) immer schon vorhanden war und die ihre Heilwirkung verursachen.

In der Natur kommen diese Wirkstoffe jedoch nicht isoliert vor, vielmehr sind sie in Mehrfachverbindungen eingebettet, was für Therapien oft Vorteile bietet, da die Ursache kuriert wird und nicht nur die Symptome behandelt werden.

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