Homöopathie - Geschichte

Kurze Geschichte der Homöopathie

Wenn Sie viel unterwegs sind, haben Sie bestimmt in den meisten Städten schon einmal eine Hahnemann Strasse gesehen. Heute lüften wir das Geheimnis des Namensgebers. Begründer und Wortschöpfer der Homöopathie ist der deutsche Arzt Dr. med. Samuel Hahnemann (1755 - 1843). Wenngleich die ersten Ideen für die Simila - Therapie bereits ansatzweise in den Schriften des Theophrast von Hohenheim (Paracelsus) zu finden sind. Aus einer Handwerksfamilie stammend, konnte Hahnemann nur über ein Stipendium seine akademische Laufbahn beginnen.

Als Übersetzer verdiente er sich in den ersten Jahren ein Zubrot. Auch sein späterer Lebensweg war keine lineare Traumkarriere. Hahnemann machte sich als Schriftsteller, Arzt Pharmazeutiker und Chemiker einen Namen - durch sein alle möglichen Disziplinen übergreifendes Forschen, auch durchaus einen umstrittenen. Er stellte Arzneimittel her, was zu der Zeit verbrieftes Alleinrecht der Apotheker war.

Zusammen mit einem weiteren Arzt begründete er z.B. auch eine „Genesungs-Anstalt für irrsinnige Personen aus vermögenden Häusern", in dem er auf Fixierungen und Züchtigung verzichten wollte, dafür aber eine Gesprächstherapie (!) praktizierte. Die Anstalt musste nach der Genesung und Entlassung des einzig zahlungsfähigen Patienten - dessen Leiden wohl manische Depression war, jedoch wieder schließen.

Und wenn seine finanzielle Lage dies erlaubte, erregte er immer wieder Aufsehen mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Teils in den wichtigsten Organen seiner Zeit. 1796 formulierte er im "Hufeland", dem wissenschaftlichen Journal, das Prinzip: „Ähnliches mit Ähnlichem" (similia similibus) zu heilen.

Erst 1811 jedoch - zu der Zeit lebte er in Leipzig und hatte eine Professur an der Universität, veröffentlichte er die ersten Lehrschriften in denen er seine Therapie als Homöopathie bezeichnete. Damit war er der Begründer einer damals polarisierenden aber dennoch akzeptierten heilkundlichen Richtung. Beweise für die Wirksamkeit erbrachte er durch zahlreiche dokumentierte Selbst- und Fremdversuche, oft auch an Gesunden.

In der Zeit begann er auch, die Wirkstoffe durch Verdünnung immer mehr zu reduzieren. Diese Eigenproduktion der Wirkstoffe brachte ihm eine Klage von drei Apothekern ein, die ihr Privileg zur Herstellung von Medikamenten gefährdet sahen. Sie behielten tatsächlich Recht, nur in Notfällen durfte Hahnemann seine Medikamente selbst zubereiten. Hahnemann wurde übrigens in dieser Zeit Mitglied der Freimaurerloge "Minerva zu den drei Palmen."

Ab 1828, inzwischen in Köthen als Hofrat lebend, begann Hahnemann mit der Veröffentlichung von Artikeln zu chronischen Krankheiten und ihrer homöopathischer Behandlung. Seine Idee des Heilens mit Ähnlichem basierte auf der Annahme, auf diese Weise ließe sich nicht nur das akute Problem behandeln, sondern viel mehr das Urübel beseitigen, das den Erkrankten sozusagen „einprogrammiert" anhaftete. In diesen Schriften beschrieb er die damals umstrittene These, dass nicht nur die Verdünnung der Wirkstoffe die nebenwirkungsarme Heilwirkung überhaupt erst entstehen lasse, sondern auch eine mechanische Behandlung derselben (schütteln, reiben) zu erfolgen habe.

Ein erstes homöopathische Krankenhaus eröffnete 1833 in Leipzig. In dieser Zeit erwarb Hahnemann sich auch einen guten Ruf mit seinen Behandlungsempfehlungen bei der Erkrankung an Cholera – obwohl er selbst nie einen leibhaftigen Cholera – Patienten in seiner Praxis zu Gesicht bekam. Seine später bestätigte Theorie war, dass die Cholera eine Viruskrankheit war und Tiere ihre Überträger waren. Damit lag er als erster Mediziner richtig.

Als 79 – jähriger (seit längerem Witwer) heiratete er nach einer angeblich stürmischen Liaison, seine zweite, 45 Jahre jüngere französische Frau ohne kirchlichen Segen und übersiedelte mit ihr 1835 nach Paris und praktizierte dort als angesehener Arzt. Sein dort vermutlich prominentester Patient war Nicolo Paganini. Nachdem dieser Hahnemann`s Frau Avancen machte, die von ihr angeblich brüsk zurückgewiesen wurden, musste der sich allerdings nach einem anderen Arzt umsehen.

In den Pariser Jahren arbeitete Hahnemann an der 6. Auflage seines Werks, die neue Vorschriften zur Arzneibereitung enthielt, die später so genannten Q – Potenzierungen, mit Verdünnungen von 1:50.000.

Im Juli 1843 verstarb Hahnemann in Paris.