Akupunktur - Geschichte

Bei uns ist die Akupunktur also noch recht "jung". In China gehört sie zur TCM (traditionelle chinesische Medizin) seit mindestens 4. - 5.000 Jahren, das belegen Ausgrabungen in China, bei denen Nadeln aus Stein oder sogar Bambus gefunden wurden.

In Europa landete die Akupunktur vor etwa vier Jahrhunderten, nach den ersten kolonialen Beziehungen mit China. Aber erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts machte der französische Arzt Louis Berlioz in Frankreich die Akupunktur in Europa bekannt.

Wie viele traditionelle Heilverfahren entwickelte sich die Akupunktur vermutlich aus intensiven Beobachtungen. Es wird vermutet, dass plötzliche Heilung chronischer Schmerzen nach versehentlichen Verletzungen oder durch Pfeilwunden eintrat.
Im Laufe der Jahrhunderte kristallisierte sich heraus, dass ganz bestimmte Punkte am Körper, die so genannten Nadelpunkte, die Meridiane und Energiezentren, durch die Nadelstiche direkt angesprochen werden können. Diese Punkte am Körper haben Verbindung zu bestimmten Regionen oder Organen in unserem Körper. Selten nach einmaliger aber sehr gut nach wiederholter Behandlung lassen sich viele Symptome lindern oder ganz beseitigen.

Die erste schriftliche Aufzeichnung stammt von Huang Ti (gelber Kaiser) im Jahr 221 vor Christus. Das Buch ist das Grundlagenwerk und besteht aus den beiden Teilen Medizintheorie ("Suwen") und "Lingshu", die Akupunkturpraxis.

Danach haben viele große chinesische Ärzte, die hier zu Unrecht keine Erwähnung finden, die Methode weiter entwickelt und zu dem wissenschaftlichen System geformt, das wir heute (aner-) kennen:

Der erste berühmte Chirurg der mit Akupunktur arbeitete, Hua Tuo, war berühmt für die Behandlung mit nur einer (goldenen) Nadel. Er gilt auch als Begründer von Qi Gong und Taiji Quang.


Wang Weiyi, ein berühmter Arzt, um 1030 nach unserer Zeitrechnung, schuf lebensgrosse Bronzefiguren auf denen die Nadelpunkte exakt eingebort waren. Sie dienten zur Überprüfung der handwerklichen Präzission seiner Schüler. Die Statuen waren mit undurchsichtigem Bienenwachs überzogen und mit Wasser gefüllt. Stach der Prüfling die Punkte korrekt an, spritze ein Wasserstrahl aus der Bronzefigur.

Über Korea gelangte die Behandlungsmethode um 600 n.Chr.nach Japan.

Marco Polo war der erste bekannte Europäer, der sich intensiv für die Akupunktur interessierte. Er schrieb im 14. Jahrhundert erste Berichte über seine Studien nach Hause.

Erst der Arzt Wilhelm Ten Rhyne schrieb 1683 über die Möglichkeiten der Therapie mittels Akupunktur.

Die Akupunktur verschwand danach für über 200 Jahre aus der öffentlichen Wahrnehmung, bis in USA und Kanada vor allem chinesische Einwanderer sie erneut verbreiteten. Heute reisen Studenten aus aller Welt nach China, um die originäre Akupunktur auf akademischem Level zu erlernen.

1999 kam schließlich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch eine wissenschaftlich begleitete Analyse zum Schluss, dass Akupunktur eine äusserst wirksame Heilmethode und damit sehr empfehlenswert ist.

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